Das Umblättern einer Buchseite in der nächtlichen Stille
gleicht der Fragilität entspannter Atemzüge eines Schlafenden:
Ausdruck von Lebendigkeit, aber so zart,
daß man unwillkürlich die Sterblichkeit mithören muß.
Obwohl Zug für Zug Zukunft und Hoffnung verspricht,
mahnt dieser Rhythmus zugleich an Vergänglichkeit,
so wie das Ticken des Sekundenzeigers und
der pochende Schlag des Herzens.


Gerta Maur
1962 - 1995